„Hilfe, ich leide am Helfersyndrom!“

Viele Menschen, insbesondere Frauen, leiden am sogenannten Helfersyndrom. Sie opfern sich für alles auf und vergessen sich selbst dabei.

Wenn die Familie etwas braucht oder die Kollegin eine Bitte hat, der Chef ganz dringend noch etwas „Wichtiges“ (weil Chefsachen ja immer sehr wichtig sind) zu erledigen hat oder die Freundin am nächsten Tag noch einen Kuchen braucht. Alles kein Problem, es wird gearbeitet bis in die Nacht, Hauptsache am Ende sind alle zufrieden. Auf Dauer gesehen wird diese Haltung dann irgendwann bestraft, weil der Körper immer wieder mit den überhörten Warnsignalen zeigt, dass er dann doch an der Macht sitzt und katapultiert sie aus ihrem wohlfunktionierenden (so denkt man) Leben.

Diagnose: Burnout

Wenn eigne Bedürfnisse immer hintenangestellt und nur die des Umfeldes befriedigt werden, dann macht der Körper sich erst ganz leise bemerkbar und am Ende sagt er irgendwann: „Game Over“. Man bekommt vielleicht eine Grippe. Doch die wird überhört, weil ohne Sie der Laden gar nicht läuft. – Ergo, werfen sie ein paar Medis ein, ist ja alles nicht so schlimm. Irgendwann chronifiziert sich dann vielleicht diese Grippe in eine Bronchitis, aber egal, was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker,- Nach dem Motto, geht’s dann immer wieder weiter. Wie ein Auto auf der Überholspur, ohne Inspektion und Rast rasen wir weiter, bis das der Körper uns kampfunfähig macht. Da werden wir dann durch psychosomatische Krankheiten wie „Rücken“, Tinnitus, Herzinfarkt, Schlaganfall oder im ganz extremen Fällen vom Krebs heimgesucht. Der Körper zeigt uns spätestens hier seine Grenze.

Ich kann da ganz gut mitreden, denn….

….ich bin schon 2x in meinem Leben in die Abwärtsspirale geraten.

Beim ersten Mal hatte ich nach dem Tot meines Vaters, meine schwerstpflegebedürftige Mutter bei mir wohnen. Nach behindertengerechtem Umbau unserer Wohnung (bei dem Umbau half ich natürlich aktiv mit) und 2 Kinder im Alter von 1,5 und 10 Jahren, die Schwiegereltern mit ihren Problemchen, die auch hier und da Hilfe benötigten usw. ließ mich nach einem schleichenden Prozess mein Körper im Stich. Mit psychosomatischen Schmerzen verschiedener Arten zeigt er mir die Grenzen auf. Ich hatte einfach auf einen langen Zeitraum gesehen, keine Zeit meine Akkus aufzuladen. Hier bin ich auch wieder herausgeklettert, nach dem ich nach Lösungen für die Probleme die ich hatte, gesucht habe und nach und nach umgesetzt.

Beim zweiten Mal

habe ich mich nach 25 Ehejahren getrennt, habe eine 75% Stelle in der Pflege angenommen, sodass mein Einkommen gesichert war und meine Praxis weitergeführt. Durch die ganzen Formalitäten, die mit so einer Trennung einhergehen und dem ganzen drum herum, bin ich irgendwann auf der Arbeitsstelle, die ebenfalls sehr stressig war ein 2. Mal in die Abwärtsspirale geraten. Aber wie immer, ist jede Krise eine Chance und ich habe es auch hier geschafft wieder heraus zu kommen.

Das hat mir geholfen:

Heute weiß ich das und sorge dementsprechend besser für mich und höre auf meine Körpersignale. Natürlich habe auch ich mal kurzzeitigen Stress, aber da gehen dann auch schon die „Alarmglocken“ an und ich lasse es nicht mehr so weit kommen, dass ich meine Bedürfnisse einfach so ignoriere. Nach dem Motto: „Keine Zeit“ für mich zu haben. Ich mache jeden Tag etwas, dass mir Spaß macht. Entweder lasse ich mal „alle Fünfe gerade sein“, gehe Walken, lege mich mit einem guten Buch in die Badewanne, mache mir einen Tee oder gehe Tanzen. Irgendetwas, dass mir guttut. Damit lässt sich Stress besser kompensieren und wenn mein Körper sagt, dass er Müde ist, dann gehe ich ins Bett.

Wie gehen Sie mit Stress um? Hatten Sie auch schon mal einen Burnout oder stehen Sie kurz davor?

Tipp:

Suchen Sie sich etwas zum täglichen Entspannen oder nehmen Sie dazu professionelle Hilfe in Anspruch, wenn Sie es alleine nicht schaffen!

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